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Sonntag, 9. April 2017

Stockholmer Terrorverdächtiger ist abgelehnter Asylbewerber, der vor der Abschiebung untergetaucht ist


Die schwedische Polizei teilt mit: Der Verdächtige im Stockholmer LKW Anschlag ist ein abgelehnter Asylbewerber. Von Belinda Robinson für www.Express.co.uk, 9. April 2017

Der 39 Jahre alte Mann aus Usbekistan, der am Freitag mit einem LKW in eine Menschenmenge raste und dabei vier Personen tötete, wurde wegen einer Abschiebeanordnung gesucht.

Jan Evensson, der regionale Strategiekommandeur der Polizei sagte bei einer Pressekonferenz, dass sich der Verdächtige in Schweden um Asylb bewarb, er aber abgelehnt wurde. Er sagte:

"Er hat sich um eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis in Schweden beworben, die ihm aber verwehrt wurde. Er wurde von der Polizei gesucht, da er von der Migrationsbehörde nicht in Haft genommen wurde."

Jonas Hysing von der nationalen Polizei Schwedens sagte, der Verdächtige hätte im Jahr 2014 Asyl beantragt, allerdings wurde sein Antrag im Juni 2016 abgelehnt.

Ihm wurde mitgeteilt, dass er das Land verlassen müsse, allerings konnte ihn die Polizei nicht für die Abschiebung ausfindig machen, weil er sich nicht an der von ihm angegebenen Adresse befand. Herr Hysing sagte:

"Die Migrationsbehörde lehnte [seinen Antrag] im Juni 2016 ab und entschied dazu, dass er abgeschoben werden muss.

Im Dezember 2016 wurde er von der Migrationsbehörde darüber informiert, dass er das Land innerhalb von vier Wochen verlassen muss.

Im Februar 2017 wurde der Fall dann an die Polizei übergeben, um die Anordnung auszuführen."

Herr Hysing fügte an, dass der Mann Verbindungen zu extremistischen Gruppen hatte. Er sagte:

"Wir wissen, dass er ein Sympathisant extremistischer Organisationen war."

Aufgrund eines geheimdientlichen Fehlers aber haben das Migrationsverket oder die Sicherheitsbehörden keine spezifischen Informationen zu seinen Verbindungen zum Extremismus erhalten, um sie zur Abschiebeanordnung hinzuzufügen, wie die Nachrichtenagentur TT berichtet.

Die Polizei bestätigte, dass im Zusammenhang mit dem tödlichen Anschlag vom Freitag fünf weitere Personen verhaftet wurden und es insgesamt 500 Befragungen gab.

Er sagte, die vier beim Anschlag getöteten Opfer umfassten je eine Person aus Großbritannien, eine aus Belgien und zwei Schweden.

Der Terrorverdächtige wurde am Freitag verhaftet.

Er wird wegen des Verdachts auf das begehen von "terroristischen Vergehen mit Mord" festgehalten.

Die Polizei muss ihn bis Montag Mittag einem Haftrichter vorführen.

Dazu wurde ein zweiter Verdächtiger verhaftet, wie die Polizei am Sonntag bestätigte. Nachdem es am Wochenende in Stockholm an mehreren Adressen Razzien gab sagte Hysing dem Sender SVT:

"Im Rahmen dieser Aktionen wurde sieben Personen zum Verhör mitgenommen."

Hysing wollte keine weiteren Informationen zu den Razzien geben, sagte aber, dass "die Beweislage sehr stark ist" und der Usbeke der Fahrer des entführten LKWs war.

Auch in Nizza und Berlin wurden im vergangenen Jahr LKWs als Waffen für Anschläge benutzt, für die sich der Islamische Staat verantwortlich erklärte.

Stockholm erlebt gerade einen sonnigen Sonntagmorgen und kommt nun wieder langsam zur Ruhe, da die Barrikaden an der Drottninggatan Strasse, wo der Anschlag passierte, wieder abgebaut wurden.[..]

Zehn der verletzten Personen sind noch immer im Krankenhaus, wobei zwei davon auf der Intensivstation liegen, wie die Stockholmer Behörden sagten. Die Polizei meinte, sie hätte inzwischen drei der vier Toten identifiziert.

Auf dem Sergelstorg, dem zentralen Platz nahe der Drottninggatan ist für 12 Uhr eine Gedenkveranstaltung geplant.

Schweden hat sich lange gerühmt, eine tolerante liberale Demokratie zu sein und war eines der offensten Länder für Einwanderer.

Nachdem in dem Land mit nur 10 Millionen Einwohner im Jahr 2015 aber über 160.000 Personen Asyl beantragt haben bekommen einige Schweden Zweifel an dieser Politik.





Im Original: Stockholm terror suspect was 'asylum seeker who had application rejected', police reveal
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